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Sehr geehrter Kunde,
mit der Entscheidung, sich massive Holzdielen auzusuchen, erwerben Sie einen Bodenbelag, der bei guter Behandlung mehrere Jahrhunderte nicht nur Ihnen, sondern auch nachfolgenden Generationen Freude bereiten kann.
Besonderes Material bedarf auch einer besonderen Wertschätzung; sei es beim Transport, der Zwischenlagerung, den Umgebungsbedingungen oder der Pflege.
Wir sind an guten Geschäftsbeziehungen und zufriedenen Kunden interessiert. Lesen Sie bitte die folgenden Hinweise genau durch, damit Mißverständnisse bereits im Vorfeld ausgeräumt werden können und fragen Sie nach, wenn Ihnen etwas unverständlich erscheint.
1.Temperatur und Feuchtigkeit Wenn Dielen nach ihren Vorgaben individuell hergestellt werden, oder aus der laufenden Produktion kommen und danach bei ihnen verlegt werden sollen, müssen Sie in Bezug auf die Umgebungsbedingungen folgendes zwingend beachten: Holz ist ein Werkstoff, der sehr starke Volumenveränderungen erfährt, wenn er Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen ausgesetzt wird. Die Größenveränderungen quer zur Faserrichtung sind wesentlich höher als längs zur Faserrichtung. Hierbei ist es entgegen der landläufigen Meinung nicht relevant, ob es sich um historische Dielen oder um neues Material handelt. Holz, welches dem deutschen Außenklima ausgesetzt ist (abgedeckt, in unbeheizten Schuppen oder dergleichen) wird je nach Jahreszeit immer Feuchtigkeitswerte zwischen ca.14 und 19 % besitzen. In zentralbeheizten Räumen mit nur geringem Luftaustausch und ohne zusätzliche Luftbefeuchtung stellt sich allerdings im Winter eine Ausgleichsfeuchte von. 8 % und darunter ein. Dies führt zu einem extremen Materialschwund, der besonders bei breiten Dielen sich bis in den Zentimeterbereich bemerkbar machen kann. Auch wenn technisch getrocknetes Holz die Hestellung mit ca. 10 +/- 2 % Feuchte verläßt, muß bei längerer Zwischenlangerung in unbeheizten Räumen mit einer Feuchtigkeitsaufnahme bis zu o.g. Ausgleichsfeuchte von ca. 14% im Sommer und 19 % im Winter gerechnet werden. Es ist beim Einbau von Massivholzteilen gleich welcher Art darauf zu achten, daß die Ausgleichsfeuchte in den Räumen den Wert von ca. 9 % nicht unterschreitet. Besonders bei hermetisch abgeschlossenen Neubauten ist diese Vorgabe nur durch zusätzliche Luftbefeuchtung einzuhalten (Idealwert: 20 ° C, relative Luftfeuchte: 55 – 75 % ). Es gibt Messgeräte, die aus dem Zusammenspiel von Temperatur und Luftfeuchtigkeit die Holzausgleichsfeuchte anzeigen. Auch wenn sie historisches Massivholzmobilar der extrem trockenen, auch für den Menschen ungesunden Zentralheizungsluft ungeregelt aussetzen, werden sich massive Schwundschäden bemerkbar machen. Andererseits führt der Einbau von technisch getrocknetem Holz, wie es üblicherweise von uns angeboten wird, beim Einbau in einen erst kürzlich fertiggestellten Neubau infolge Feuchtigkeitsaufnahme zu einer Volumenvergrößerung. In Decken und Wänden sind noch tausende Liter Wasser gebunden, selbst wenn die Räume subjektiv als trocken empfunden werden. Die Folge ist ein Aufwölben ganzer Fußbodenbereiche und führt zum Abreißen von Schrauben. Auch 11,5 cm dicke Zwischenwände können weggedrückt werden. Würde in einen feuchten Neubau auch feuchtes Holz eingebaut werden, gäbe es anfangs keine Probleme, allerdings entstünden bei der kontinuierlichen Austrocknung des Gebäudes massive Schwundfugen. Die Baufeuchte wird mit Baufeuchtemeßgeräten gemessen; laut DIN ist festgelegt, daß Holzfußböden erst nach Unterschreitung des festgelegten Wertes eingebaut werden dürfen. Die Reparatur bei zu trockenen Umgebungsbedingungen beschränkt sich auf das spätere Ausspänen, bei zu feuchten Umgebungsbedingungen sind u. U. Enlastungsschnitte erforderlich sowie eine Neubefestigung vorher hochgewölbter Bereiche mit eventuellem neuen Abschleifen und Oberflächenbehandlung. Diese kostenitensiven Nacharbeiten liegen, falls erforderlich, nicht in unserem Verantwortungsbereich. Um all diese bauphysikalischen Probleme zu vermeiden, empfehlen wir den Einbau von werksseitig auf ca. 10 +/- 2 % technisch getrocknetem Holz nur in trockene Räume, d.h. es ist seit dem Bau mindestens eine Heizperiode vergangen, es sind keine Anstrich-, Verputz- oder Estrichlegearbeiten erfolgt, auch nicht in benachbarten Räumen und solchen, mit denen ein Luftaustausch erfolgt. Nennenswerte Wassermengen können nur durch Heizen bei gleichzeitig geöffneten Fenstern aus dem Gebäude gelangen, wobei gekippte Fenster nicht als Lüftung betrachtet werden können. Bis zur vollständigen Austrocknung können OSB-Platten als Fußboden dienen, die später eine schraubfähige Unterkonstruktion für die spätere Dielung ergeben. Es ist bei der Verlegung allseits ein Abstand von ca. 2 cm von den Wänden einzuhalten, damit sich der Boden auch bei eventueller Quellung frei bewegen kann. Vor der Verlegung ist eine mehrwöchige Akklimatisierungsphase des Holzes an die tatsächlich im Bau herrschenden Umgebungsbedingungen wünschenswert. Lagern Sie also das Holz möglichst einige Wochen vor der Verlegung (aufgelattet !) in den Räumen. Für Schäden, die aus Nichtbeachtung bauphysikalischer Tatsachen resultieren, übernehmen wir keinerlei Haftung. Kleinere Spaltenbildung zwischen den einzelnen Dielen im Winter und eine Verringerung dieser Abstände im Sommer ist auch bei Beachtung aller Vorgaben nahezu unvermeidlich und gehört zum Erscheinungsbild eines Massivholzdielenbodens.
2.Logistik Der Transport von Dielen von unserem Betrieb zum Einbauort stellt bei schlechter Organisation ein Problem dar. Speditionen sind meist nicht dafür eingerichtet, bis zu 5 m lange Dielenstapel ohne umzuladen von einem Ort zum anderen zu transportieren. Wenn nicht vom Auftraggeber (= Kunde) ausdrücklich verlangt wird, daß die seitliche Beladung eines Planenfahrzeuges erforderlich ist und die Fracht direkt an den Bestimmungsort transportiert wird, kommt es zu Be- und Entladungsproblemen und evtl. auch zu unvermeidlichen Transportschäden. Die Speditionen gehen erfahrungsgemäß sehr nachlässig mit Informationen um; eine Faxbestätigung über den genauen Abholtermin und die mitgeteilten Erfordernisse des Transportfahrzeuges muß verlangt werden.Wir verstehen uns weder als Spedition noch als Lagerei. Unser Platzangebot ist beschränkt und wird für die Herstellung von Holzprodukten vollständig benötigt. Es ist Aufgabe des Kunden, das von uns termingerecht zur Abholung bereitgestellte Material auch termingerecht mit geeigneten Fahrzeugen abzuholen bzw. abholen zu lassen. Sobald das Material das Firmengelände verlassen hat, geht die Gefahr auf den Kunden über. Ladetätigkeiten in vertretbarem Rahmen werden per Hand oder Stapler kulanterweise übernommen, die Haftung hierfür trägt der Käufer. Auch wenn Material länger als bis zum vereinbarten Abholtermin in unseren Geschäftsräumen verbleibt, geht die Gefahr auf den Käufer über. Der Käufer übernimmt weiterhin Einlagerungsgebühren von 3 % des Warenwertes pro Woche. Vom Kunden ist auch folgendes zu bedenken: Beim Abladen auf der Baustelle steht oft kein Stapler zur Verfügung. Es sind genügend Hilfskräfte einzuteilen, die das Holz in die dafür vorgesehenen Räume transportieren. Bei den Dielen ist besonderes Augenmerk auf die Materialkanten zu richten; es empfiehlt sich, jeweils die Sichtseiten aufeinanderzulegen. Da die Dielen teilweise ein sehr hohes Eigengewicht besitzen, kann unsachgemäßes Schieben über die Kante irreparable Schäden erzeugen. Auch sollte vor Auftragsvergabe überlegt werden, ob in die dafür vorgesehenen Räume überhaupt raumlange Dielen hineintransportiert werden können (Fenster, Raumecken, Gänge usw.). Es ist dafür Sorge zu tragen, daß keine anderen Handwerker über die aufgeschichteten Dielenstapel laufen müssen, auch hierbei ergeben sich nennenswerte Kantenschäden. Im Idealfall sollte der Einbaubetrieb gleich die Dielen ab LKW übernehmen.
3.Holzschädlinge und Schadstoffe Bei historischem Holz muß davon ausgegangen werden, daß Insekten das Holz in vergangenen Zeiten befallen haben und sich auch noch teilweise darin befinden. Wir bieten eine Holztrocknung mit gleichzeitiger Bekämpfung lebender Insekten zusätzlich an (mehrstündige Erhitzung auf über 55 °C Kerntemperatur), selbstversändlich können Sie auch Holz im Bergezustand erwerben. Eine etwaige Belastung historischen Holzes mit Schadstoffen kann unsererseits nicht völlig ausgeschlossen werden, da das Holz von uns aus Altbauten geborgen wurde, deren Geschichte meist nicht lückenlos bekannt ist. Untesuchungen auf Schadstoffbelastungen sind nicht automatisch allgemeiner Vertragsumfang. Da die Hölzer in der Regel von verschiedenen Rückbaumaßnahmen stammen, kann auch bei einer Untersuchung nicht jedes einzelne Holz erfasst werden.
4.Muster, Farbe, Holzqualität und Oberfläche Sie können von uns Musterstücke erhalten, die, wenn nichts anderes vereinbart wurde, mit einem Endschliff versehen wurden und eine geölte und gewachste Oberfläche aufweisen. Im Gegensatz dazu weist das von uns hergestellte Dielenmaterial nur eine gehobelte Oberfläche auf, wenn der Boden insgesamt nach Verlegung nocheinmal geschliffen werden soll, oder eine bereits geschliffene Oberfläche, wenn kein Schliff vor Ort mehr erfolgen soll. In diesem Fall sind nur geringe Nacharbeiten bei teilweise auftretenden kleinen Niveauunterschieden zwischen den einzelnen Dielen erforderlich. Das von uns empfohlene Ölen und Wachsen des fertig verlegten Bodens kann evtl. in Eigenleistung vom Kunden ausgeführt werden oder die Verlegefirma übernimmt diese Arbeiten. Zwischen einzelnen Dielen der gleichen Holzart kann es zu teils beträchtlichen Farb- und Strukturunterschieden kommen, die aber in der Natur des Materials liegen und nicht zur Reklamation berechtigen. Unter Sonnenlicht dunkelt besonders Weichholz stark nach, die stärksten Helligkeitsveränderungen zeigen sich im Zeitraum von etwa einem halben Jahr nach Einbau. Die Holzoberflächen sind von Teppichen und verschattenden Einrichtungsgegenständen freizuhalten, wenn ein gleichmäßiges Erscheinungsbild des gesamten Bodens angestrebt wird. Das von uns angebotene Material entspricht nicht den einschlägigen DIN-Normen, sondern orientiert sich am historischen Vorbild. Es wird also Holz verarbeitet, welches durchaus einmal stärkere Äste, kleine Verfärbungen, eine lebhafte Struktur und kleine Risse aufweist, Vertiefungen sind verspachtelt. Gerade dadurch unterscheidet sich das Material von den uniformen, fast plastikartigen, fehlerlosen Oberflächen, die industriell erzeugt werden.
Wir wollen Ihnen mit dieser Beschreibung fast aller Eventualitäten keinesfalls vom Werkstoff Holz abraten, sehen es allerdings als unsere Aufgabe an, mit unseren Erfahrungswerten Ihnen den Weg zu Ihrem neuen Massivholzboden zu ebnen. Bitte beachten Sie auch unsere allgemeinen Geschäftsbedingungen!
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